02.12.2017
SX-Supercross News

Tyler Bowers auf dem Weg zum zweiten Königstitel in Chemnitz?

Mit dem Sieg des US-Amerikaners Tyler Bowers endete der erste Abend des diesjährigen 15. Int. ADAC Supercross Chemnitz. Nach 20 langen Runden des Finales der Top-Klasse SX1 setzte sich der 26-jährige Pfeil-Kawasaki-Pilot gegen die beiden Franzosen Charles Lefrancois und Sulivan Jaulin durch. Der Lokalmatador Dominique Thury fuhr nach schlechtem Start bis auf Rang fünf nach vorn.

Dabei hatte der Abend für Tyler Bowers eher bescheiden angefangen. Nachdem er im Zeittraining am Nachmittag der Schnellste aller Starter war, reihte er sich in seinem Qualifikationsrennen zunächst als Zweiter ein. Aus der zweiten Runde kam er allerdings nur als Letzter zurück aus dem Tunnel, durch den die Chemnitzer Strecke die längste im Kalender des ADAC SX Cups ist. „Das Motorrad von Boris Maillard ging in der Einfahrt in den Tunnel quer, ich konnte nicht ausweichen und bin voll in ihn hinein gekracht. Wir konnten zwar beide weiterfahren, doch zu allem Unglück hat sich mein Stiefel in seinem Hinterrad verklemmt, was viel Zeit kostete“; klärte der „König von Chemnitz“ von 2012 anschließend auf. Und weiter: „Vor dem Hoffnungslauf war ich dann ziemlich nervös, dass nicht noch einmal etwas schiefgeht.“ Das war nicht der Fall – ganz im Gegenteil, denn mit einer fehlerfreien Fahrt schaffte er den Einzug ins Finale letztlich souverän.

In diesem erwischte Charles Lefrancois den besten Start und führte lange Zeit das Rennen an. Der Tscheche Filip Neugebauer lag zunächst auf Platz zwei, gefolgt von Sulivan Jaulin sowie die beiden US-Boys Matt Bisceglia und Tyler Bowers. Der Schneeberger Dominique Thury rangierte währenddessen auf Platz acht.
Nachdem sich Tyler Bowers bis auf Platz zwei nach vorn gearbeitet hatte, machte er Jagd auf Charles Lefrancois, an dem er in der zwölften von 20 Runden schließlich vorbeigehen konnte. „Beim deutschen Saisonauftakt in Stuttgart kam ich überhaupt nicht in den Rhythmus und da ich nach schwachem Training immer weit außen starten musste, war das praktisch ein Wochenende zum Vergessen“, erklärte der letztlich sogar deutlich unterlegene und fügte an: „Die Chemnitzer Strecke ist viel technischer und anspruchsvoller, das gefällt mir. Ich muss aber zugeben, dass Tyler vor allem im Waschbrett deutlich schneller war. Deshalb Glückwunsch an den heutigen Sieger.“

Dieser führte bei der an die Sektspritzerei anschließenden Pressekonferenz des Weiteren aus: „Was die Strecke angeht, kann ich mich nur anschließen. Sie ist sehr schwierig und bietet einige Überholmöglichkeiten. In Stuttgart konnte man im Prinzip nur mit unfairen Mitteln überholen, aber hier kann man auch von einem schlechten Startplatz aus noch etwas reißen, wie man gesehen hat.“

Das gelang auch Dominique Thury, der, nachdem er im Vorfeld die Zielstellung Top 5 ausgegeben hatte, vom achten Rang noch auf den von ihm selbst ausgelobten fünften Platz hinter dem Drittplatzierten Sulivan Jaulin und dem Vierten Filip Neugebauer nach vorn fahren konnte. Dennoch war der noch bis zum 7. Dezember 24-jährige Schneeberger nicht restlos zufrieden. Er sagte: „Mein Ziel Top 5 habe ich zwar erreicht, aber wenn man in seiner Trainingsgruppe der Schnellste ist und seinen Quali-Lauf gewinnt, ist ein fünfter Platz im Finale nur schwer zu akzeptieren. Aber darauf lässt sich aufbauen. Ich habe gesehen, was in diesem Feld möglich ist. Mit guten Starts sollte am Samstag noch mehr drin sein, also lautet das Motto: voll auf Angriff.“

In der direkten Nachwuchsklasse SX2 der bis 21-Jährigen hatte Tyler Bowers Teamkollege Nicolas Barcelo anfangs die Nase vorn, doch nachdem er alsbald im Waschbrett auf selbiger lag, hatte er mit dem Ausgang des Rennens nicht mehr viel zu tun. Stattdessen fochten die beiden Teamkollegen von „Nique“ Thury bei DIGA-Procross, Iker Larranaga und Adrien Malaval einen schönen Strauß aus. Eine Zeit lang sah es so aus, als würde der Spanier einem kontrollierten Sieg entgegenfahren, doch gegen Rennende geriet dieser noch einmal mächtig unter Druck des Franzosen. Letztlich setzte sich auch hier ein einstiger sächsischer SX-Adliger durch, denn vor drei Jahren hieß der „Prinz von Chemnitz“ Iker Larranaga. Der gab spät am Abend, respektive kurz nach der Geisterstunde, zu Protokoll: „Ich bin ein Jahr kein Supercross gefahren und habe mich voll auf die MX2-Motocross-WM konzentriert, so dass ich in Stuttgart noch zu viele Fehler gemacht habe. Hier habe ich mich deutlich wohler auf der Strecke gefühlt und hatte vor allem im Finale einen guten Speed. Nun bin ich ein bisschen unter Druck, denn Prinz möchte ich natürlich gern noch einmal werden.“

Mit Julien Lebeau, ebenfalls aus Frankreich, auf Platz drei stand auch hier ein Pfeil-Kawasaki-Pilot auf dem Podest, und hinter dessen Landsmann Lucas Imbert wurde der Braunschweiger Nico Koch wieder bester Deutscher.

In der SX3 war der 13-Jährige Carl Ostermann in allen Sessions der Schnellste, so auch im Finale, welches der Bonner souverän vor Nick Domann aus Meseberg und Paul Bloy aus Biberach gewann. Die beiden einheimischen Piloten Justin Weirauch und Luka Pfalz schnitten höchst unterschiedlich ab. Während der zuerst genannte Thalheimer mit Platz fünf sein bestes Saisonergebnis erzielte, konnte der Chemnitzer nach einem Sturz zwar zunächst weiterfahren, musste dann aber die Segel streichen.

Nachdem sich die gastgebende C³ Chemnitzer Veranstaltungszentren GmbH über den größten Run auf die begehrten Tickets an einem Freitag seit Bestehen des Supercross freuen durfte, ist auch am in der Vergangenheit immer besser besuchten Samstag von einer vollen Hütte auszugehen. Für alle jene, die am Abschlusstag noch live dabei sein wollen, wird es an der Abendkasse noch Rest-Tickets, im schlimmsten Fall für den Stehplatz-Bereich, geben. Für alle die nicht dabei sein können....hier gibt es den Livestream

Fotos: Thorsten Horn

 

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