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MXGP - Motocross Weltmeisterschaft News
30-03-2026
MXGP News

Tom Vialle und Simon Längenfelder sind die großen Gewinner des MXGP der Schweiz

Gutklassiger Motorsport bei schwierigen Bedingungen erhielt viel Lob von höchster Stelle.

Der MXGP of Switzerland powered by IXS in Frauenfeld-Gachnang war am letzten März-Wochenende 2026 das gewohnt großartige Motocross-Fest. In den beiden WM-Klassen MXGP und MX2 durften sich der Franzose Tom Vialle und der Deutsche Simon Längenfelder über die Grand-Prix-Siege freuen. Während Längenfelder seinen Vorjahressieg in der „kleinen“ WM-Klasse der bis zu 23-Jährigen vom Vorjahr wiederholte, war es für Vialle bei dessen Frauenfeld-Debüt logischerweise der erste Sieg, gleichbedeutend mit seinem ersten in der Königsklasse MXGP.

Der siebente MXGP in Frauenfeld-Gachnang war bei wechselnden Wetterbedingungen mit niedrigen Temperaturen und so manchem Regenschauer vor allem am klassischen Rennsonntag nichts für schwache Nerven. Sowohl in der gleich der WM-Serie lautenden Premium-Klasse MXGP wie auch in der 250er-Klasse MX2 der bis zu 23-Jährigen mussten am Ende am geschichtsträchtigen Schollenholz-Parcours die Rechenschieber bemüht werden.

Auf und Ab bei den meisten Favoriten
Beim ersten Heat der MXGP führte der französischen HRC-Honda-Werkspilot Tom Vialle von Beginn an vor seinem Teamkollegen Jeffrey Herlings. Nach einem Drittel der Renndistanz ereilte den Niederländer das gleiche Schicksal wie zu Rennbeginn den Belgier Lucas Coenen auf einer Werks-KTM. Beiden sprang in der gleichen tiefen Spurrille die Kette ab. Damit waren sie an diesem Tag beileibe nicht die Einzigen an diesem neuralgischen Ort. Während Coenen zwar weiter fahren konnte, jedoch wegen der unerlaubten Inanspruchnahme fremder Hilfe disqualifiziert wurde, war für „The Bullet“ an Ort und Stelle Feierabend.
Nach dessen Aus lag der Vorjahresweltmeister Romain Febvre aus Frankreich mit seiner Kawasaki auf der zweiten Position, doch nachdem auch er kurzzeitig in Problemen steckte und am Ende nur als Vierter im Ziel eintraf, erbte sein Yamaha fahrender Landsmann Maxime Renaux den zweiten Platz. Dritter wurde die Nummer drei im Team Honda HRC PETRONAS, der Spanier Ruben Fernandez.


Hinter Febvre belegten Kay de Wolf (NED, Husqvarna), Alberto Forato (ITA, Fantic) und Pauls Jonass (LAT, Kawasaki) die Plätze fünf, sechs und sieben. Die Top-10 komplettierten Kevin Horgmo (NOR, Honda), Tim Gajser (SLO, Yamaha) und Jeremy Seewers Ducati-Teamkollege Calvin Vlaanderen (NED). Der Bülacher selbst landete auf Platz zwölf.
Als 19. sicherte sich der Genfer Arnaud Touns auch in diesem Jahr schon mal zwei WM-Punkte (bis Platz 20).

Die (halbe) Stunde der Entscheidung
Im zweiten Lauf über wieder 30 Minuten plus zwei Runden legte Lucas Coenen los wie die Feuerwehr und fuhr sich an der Spitze des Feldes den ganzen Frust von Lauf eins von der Seele. Hinter ihm hatte sich Jeffrey Herlings erneut auf der zweiten Position eingenistet, wurde bei Rennmitte allerdings von Tim Gajser auf Platz drei zurückgestuft. Während Coenen und Herlings in der GP-Wertung beider Rennen keine Rolle spielten, war die Vergabe der Tagespodestplätze ein wahres Rechenspiel. Kay de Wolf wurde im zweiten Heat Vierter vor Romain Febvre, doch auch sie durften nicht zur Siegerehrung. Mit Heat-Rang sechs war Tom Vialle am Ende der punktbeste Pilot und somit bei seinem ersten Auftritt in Frauenfeld der Grand-Prix-Sieger. „Mit einem Sieg und einem sechsten Platz den GP zu gewinnen, damit hätte ich nie gerechnet“, meinte der zweifache MX2-Welt- und ebenso zweimalige US-Meister nach seinem ersten MXGP-Grand-Prix-Sieg.
Siebenter des Rennens wurde Maxime Renaux, der damit ebenso ungewöhnlich als Tageszweiter zur Siegerehrung gerufen wurde. Zu ihnen gesellte sich Tim Gajser, der nach Platz neun im ersten Lauf mit besagtem zweiten Heat-Rang ebenso etwas überraschend den Sprung aufs Podest schaffte.
Calvin Vlaanderen, Alberto Forato und Ruben Fernandez hatten diesmal die weiteren (Heat-)Plätze bis Rang zehn belegt.

Solide, aber keine befreienden Rennen von Jeremy Seewer
Jeremy Seewer wurde im zweiten Lauf 16., was in Kombination mit seinem zwölften Platz in Heat eins ein solides Ergebnis ist, andererseits aber nicht der erhoffte Befreiungsschlag nach schwierigem Saisonstart 2026.
Arnaud Tonus sah im zweiten Lauf keine Zielflagge, sodass der Grippe-geschwächte Nico Greutmann aus Merishausen diesmal als 25. zweitbester Schweizer wurde. Im ersten Lauf hatte der Honda-Pilot mit Platz 24 ähnlich abgeschnitten.
Die (weiteren) Schweizer Wild-Card-Piloten belegten folgende Plätze: Nicolas Bender (Martigny, Husqvarna) wurde 25. und 26., Ramon Keller (Truttikon, KTM) 32. und 27., Nico Häusemann (Lostorf, Triumph) 31. und 28. und Loris Freidig (Thörigen, Fantic) 26. und 30. Robin Scheiben (Sulgen, Triumph) sah nach zunächst Platz 27 im zweiten Lauf ebenfalls keine Zielflagge und Mike Gwerder (Stadel, KTM) beendete nach dem Warm-up am Morgen sein Rennwochenende.

Längenfelder wiederholte Vorjahressieg
Ganz so extrem wie in der MXGP war die Streuung der Laufresultate in der MX2 nicht, doch auch hier kamen Mitfavoriten ziemlich unter die Räder. So schied im ersten Lauf der französische Kawasaki-Pilot Mathis Valin nach rundenlanger Führung mit einer ebenfalls abgesprungenen Kette aus. Der neue Spitzenreiter Guillem Farres aus Spanien auf Triumph fiel nach Bodenkontakt bis auf Platz vier zurück. So ging der Heat-Sieg an den Deutschen Red-Bull-KTM-Werkspiloten Simon Längenfelder, gefolgt von seinem Teamkollegen Sasha Coenen, dem Zwillingsbruder des MXGP-Laufsiegers Lucas Coenen, sowie dem Weltmeister-Sohn und -Enkel Liam Everts aus Belgien auf einer Werks-Husqvarna.
Den zweiten Lauf entschied Guillem Farres vor Liam Everts für sich. Platz drei reichte Simon Längenfelder, um seinen Vorjahressieg zu wiederholen. Er nahm Farres und Everts mit zur Siegerehrung.

Reichlich WM-Punkte für Schweizer Gatstarter
In der MX2 erwärmten einige Schweizer Gaststarter die Herzen der Fans mit couragierten Fahrten in die Punkteränge. So wurde Remo Schudel (Beggingen, KTM) im ersten Lauf 16. und im zweiten 19. Für die beste Platzierung sorgte allerdings Samuel Oechslin (Alphtal, KTM) zweiten Lauf. Im ersten Heat sammelte er als 19. zwei WM-Punkte und fügte diesen im zweiten mit Rang 15 sechs weitere hinzu. Sein Zwillingsbruder und Teamkollege Thomas Oechslin holte sich zunächst als 17. ebenfalls WM-Zähler, die er im zweiten Lauf als 21. knapp verfehlte. Luca Diserens (Domdidier, Honda) schied im ersten Heat aus und trat zum zweiten nicht mehr an.

Fahrer aus dem sonnigen Spanien konnte es auch im Schlamm
In der großen im Rahmenprogramm befindlichen Europameisterschaftsklasse EMX250 wiederholte der Spanier Francisco Garcia seinen Triumph vom ersten Heat am Samstag. Damit ist der Kawasaki-Pilot auch im vierten Lauf der Saison 2026 ungeschlagen. Vorausgegangen waren vor Wochenfrist die Rennen in seinem Heimatland.
Neben ihm nahmen bei der Siegerehrung der italienische Ducati-Pilot Simone Mancini als Gesamtzweiter sowie der Kawasaki-Treiber Jake Cannon aus Australien als Dritter Aufstellung.
Nach dem sich die angemeldeten Schweizer Fahrer im Qualifying am Samstag unter 64 Bewerbern keinen Platz im Starterfeld der ersten 40 sichern konnten, war auch heute keiner von ihnen am Start.
Die Schweizer Ehre rettete, wenn man so will, Lyonel Reichl, denn der Liechtensteiner ist motorsportlich in der Schweiz groß geworden. Mit seiner KTM wurde er am Samstag starker Sechster und am Sonntag ebenso guter Siebenter. In der Gesamtwertung beider Rennen bedeutete das Rang sechs.

Schweizer Top-10-Plätze in der kleinsten Hubraumklasse
Die EMX125-Kategorie hatte das zweifelhafte Vergnügen, den Renntag bei Enduro-ähnlichen Streckenbedingungen zu eröffnen. Das Schlammrennen gewann der Franzose Liam Bruneau auf KTM. Nachdem dessen Markenkollege Ricardo Bauer aus Österreich den ersten Wertungslauf am Samstag gewonnen hatte und am Sonntag Rang zwei belegte, durfte er zur anschließenden Siegerehrung als Gesamtsieger aufs Podest klettern.
Bei den missgünstigen Bedingungen durften sich vor allem die lokalpatriotischen Fans mit den starken Schweizern Ryan Oppliger (Forel, KTM) und Emil Ziemer (Unterwasser, KTM) über deren Plätze sechs und acht freuen. Ebenfalls in die Punkteränge fuhr Jarno Jansen (Bäretswil, Yamaha), und zwar als 18. Dessen Teamkollege Luis Santeusanio (Langnau am Albis) schied mit einer schon am Ende der Startrunde den Dienst versagenden Maschine aus.

Am Ende einer wieder sehr guten Veranstaltung, für die es viel Lob von Infront Moto Racing sowie der FIM gab, zog der OK-Chef Willy Läderach folgendes Fazit: „Es war eine gute Veranstaltung mit im Endeffekt doch schwierigen Wetterbedingungen, die die ganze Organisation und Durchführung erschwert haben. Dennoch haben alle Teams super gearbeitet – einfach großartig. Das einzige Problem war, die fehlenden Zuschauer auf Grund der Wetterverhältnisse und somit die Finanzen. Eine Fortführung des MXGP der Schweiz steht nun wieder auf dem Prüfstand, aber wir geben nicht auf, nach Möglichkeiten zu suchen, um die Veranstaltung rentabel zu gestalten.“

Weitere Infos gibt es unter www.mxgp-switzerland.com.

 

 

Fotos: Thorsten Horn

Online: Stefan Uhlmann

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